Bedbound
von Enda Walsh
Theaterturbine
dietheater Künstlerhaus, Wien
Regie: Nicolas Dabelstein
2003
fotos: stefanie anastase/ claudia köhn
Uraufgeführt im Mai 2000 am Piccolo Teatro in Mailand. Österreichische Erstaufführung.
Die Inszenierung dieser Erstaufführung geht aus von einem völlig neuen Bühnenkonzept, das dazu angetan ist, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. In Verbindung mit der inhaltlichen Radikalität des Stückes erschließt das intensive Raumerlebnis neue Darstellungs- und Sehweisen für Schauspieler und Zuschauer.
—

»Ein großes Leintuch, das über den Bühnenbereich gespannt ist, hat die Zuschauer auf die Galerie verbannt. ›Die Decken drücken mich nieder wie ein riesiger Ozean‹, sagt der Papa, wenn das Tuch mit Getöse auf ihn herunterschwebt und den verkrüppelten Körper der Tochter auf dem überdimensionierten Bett enthüllt. Karriere hätte er gerne gemacht, der Vater. Der größte Mögelverkäufer Irlands wäre er gerne geworden, mit allen Mitteln. Doch was bleibt: Eine kranke, versiffte Tochter und eine totel ungeliebte Frau. Die Scham ließ ihn Wände in der Wohnung aufziehen, Tochter und Mutter in der Enge verkümmern. Die Angst vor dem Versagen schließlich hält ihn selbst dort arretiert. … Ein anstrengender Abend, nicht nur weil man auf Telefonbüchern sitzen muss, um das Geschehen verfolgen zu können.«
Presse, September 2003
—

—

—

—

—

»Von der obersten Galerie im Künstlerhaustheater blickt man in diesen hinab: in ein mächtiges Bühnenbild von Johannes Leitgeb, der diesen genialen Holzkrater auch noch als ein vom Vater gezimmertes Möbelstück vorstellt. Es ist ein ausgeklügeltes Moment eines insgesamt sehr vordergründigen Stückes, dass die Tochter da unten ausgerechnet an eines dieser Vatermöbel gefesselt bleibt, das Bett nämlich. … Das Gelungenste in dieser Inszenierung … bleibt das Bühnenbild.«
Standard, September 2003
—

—

—

»Vater und Tochter sind in einer trichterförmigen Holzkiste gefangen (Bühne: Johannes Leitgeb), die Zuschauer blicken von oben in den Trichter. Darin ein überdimensionales Bett und zwei Schauspieler (Erwin Leder und Heidelinde Pfaffenbichler), die den verstörenden, zornigen Text um Macht, Karriere und geplatzte Träume mit großem Körpereinsatz zelebrieren. Hier werden Geschichten erzählt, gebrüllt, werden auch leise Töne angeschlagen. … Zwei sitzen in der Kiste und reden. Im Falle von Bedbound ist das mehr als spannend.«
Falter, 2003
»Einer meiner Lieblingsräume.«